Mein Bericht zum

Halbmarathon

Piestingtal

 

… Anfang des Jahres habe ich mir das Ziel gesetzt im Jahr 2018 meinen ersten Halbmarathon zu absolvieren. Da kam die Spartan Race Serie dazwischen und mein Fokus hat sich etwas verschoben. Das Lauftraining wollte ich allerdings noch mitnehmen und der Halbmarathon im Piestingtal bietet sich als schöner Saisonabschluss an.

Ursprünglich hatte ich mir als Ziel gesetzt den Halbmarathon in unter 02:15:00 zu schaffen. Nach dem EVL-Lauf steckte ich mir dieses Ziel noch etwas höher. Zielzeit unter 02:00:00 war der Plan.

Vor dem Start:

Sonntag der 20. Oktober. Das Wetter hätte nicht schlechter sein können: 12 Grad und sehr bewölkt. Noch schnell eine lange Laufhose und eine Weste dazu eingepackt und los zum Baumit Gelände. Für Einheimische, wozu ich mich in dieser Gegend nicht zähle, dürfte die Ortsangabe genügt haben: Startnummern-Abolung und Ziel – Baumit Gelände. Na gut … so schwer war es dann tatsächlich nicht zu finden. Startnummer und Starter-Paket abgeholt, jetzt hies es noch rund 1 Stunde 15 Minuten warten. In meiner Recherche zum Rennen stellte sich raus: der schnellste letztes Jahr hatte beim Halbmarathon eine Ziel-Zeit von 01:10:48 … WTF!?

Rein in den Bus und auf zum ca. 18 Kilometer weit entfernten Start. Ich war mir wirklich extrem unsicher mit welchem Gewand ich starten sollte. Mittlerweile hatte es außerdem zu regnen begonnen. Im Bus habe ich einige um mich sitzende Läufer/innen nach ihrer Meinung gefragt. Nachdem der Regen nicht nachgelassen hat, habe ich mich entschlossen ohne Weste und mit kurzer Hose zu laufen – und besser war es! Als Verpflegung hatte ich 1 Riegel und 2 Traubenzucker dabei.

Ich rechnete noch nach: wenn ich unter 2 Stunden laufen wollte, durfte ich nicht langsamer als 5’38 Pace laufen. Lustigerweise war von Nervosität keine Spur. Rund 10 Minuten vor dem Startschuss habe ich mit dem Aufwärmen begonnen. Bei stärker werdenden Regen fiel der Startschuss pünktlich um 10:13 Uhr (komische Zeit).

 

Das Rennen:

Die ersten 2 Kilometer gingen leicht bergauf, man wurde von der Masse (rund 380 Starter) mitgetragen. Kurzer Blick auf meine Uhr: 5’15 Pace, Blick rund um mich: es sind alle in einer riesigen Traube.. ?! Jung, Alt, Männer, Frauen, Kinder/Jugendliche. Ich war ziemlich baff! Aber gut, es waren ja erst die ersten Meter, das verläuft sich sicher noch dachte ich. Gemeinsam mit einem Freund habe ich die ersten ca. 8-9 Kilometer absolviert. Pace blieb zwischen 5’0 und 5’30, je nach Untergrund und Gefälle/Steigung. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen und ich war quasi fast trocken durch die eigene Körpertemperatur. Herzfrequenz bei 165 im Schnitt bis dahin, Durchschnittlicher Pace bei 5’13.

Während meiner Trainingszeit habe ich gemerkt das ich bei Läufen rund um 15 Kilometer bei ca. 10 Kilometer etwas Essen sollte, sonst laufe ich leer. Nach 8 Kilometer habe ich vorbeugend das erste Mal von meinem Riegel abgebissen. Dann bei 10, 12, 14 und 16, zwischendurch ein Isotonisches Getränk. War eine gute Einteilung wie sich rausstellte 🙂

Die Strecke verlief durch viele Gassen und Ortschaften, Tendenz mit Gefälle. Wieder Blick auf meine Uhr: mhm … schaffe ich eine Zeit unter 01:50:00 ? kann den Pace auch am Ende halten, fraglich? – Aber es könnte sich ausgehen, also weiter! Bei Kilometer 12 begann es leider wieder zu regnen und ich schwöre es euch: mir war noch nie im Leben so kalt wie bei diesem Lauf! 10-12 Grad mit Regen und etwas Wind. Ich konnte meine rechte Hand bzw. das Gelenk kaum bewegen. Was Equipment angeht habe ich wohl etwas Nachholbedarf..

 

 

Nach ca. 16 Kilometern wieder der Blick auf die Uhr: (ich habe nicht in so großen Abständen auf die Uhr gesehen, gefühlt war mein Blick  alle paar Sekunden auf der Uhr, das ist mehr Sinnbildlich gemeint 😉 ) ok … 01:55:00 gehen sich sogar recht locker aus. Was müsste ich ins Ziel bringen um unter 01:50:00 zu laufen? Ungefähr unter 5’15 Pace und es geht sich aus! – Also das Tempo etwas anheben.

 

 

Zieleinlauf:

Ein paar Hundert Meter vor dem Ziel gab es eine richtig fiese Steigung über vielleicht 100 Meter? Auf dem Boden waren alle 10 Meter Markierungen zu sehen: “BEIßEN!” , “GLEICH OBEN” , “EIN BISSCHEN NOCH” – war irgendwie ganz herzig. Das Ziel in Sichtweite konnte ich nur auf die Zeit-Nehmung achten 01:49:00, nicht mehr weit … 01:49:15, das geht sich aus! Zugegeben, meine Wahrnehmung bzw. Einschätzung hat etwas gelitten über die letzten 100 Minuten –

NATÜRLICH GEHT ES SICH AUS! 01:49:43 ! 🙂

 

Sofort zu einer Ladestation und ein Getränk bzw. einen Kuchen abgeholt. Ich hatte ganz vergessen meine Uhr zu stoppen. Mir war einfach soo kalt und ich war so froh darüber im Ziel zu sein! Leider gab es keine Medaillen mehr. Bei der Siegerehrung hätte ich meinen Namen auf eine Liste setzen lassen können und sie würde mir nachgeschickt. Siegerehrung in ca. 1 Stunde – das wollte ich definitiv nicht mehr abwarten.

 

 

Ergebnisse

Ziel-Zeit: 1:49:34

 

Insgesamt

von 379

Männlich

von 267

Männlich 30-34

von 50

Mein Fazit:

Für meinen ersten Halbmarathon bin ich mit meiner Zeit und meiner körperlichen Verfassung danach sehr zufrieden! Betrachtet man meine Platzierungen in den verschiedenen Kategorien, könnte man mutmaßen: es handelt sich hier um einen schnellen HM; hier laufen eher starke Läufer; oder ich bin eine Pfeife 😉

Für kommendes Jahr möchte ich noch den ein oder anderen Halbmarathon einplanen, benötige aber dafür denke ich deutlich mehr Equipment (Handschuhe, Long-Sleeve-Shirt, usw.). Wien, Wachau und Piestingtal Halbmarathon würde ich in 2019 gerne absolvieren. Neue Ziel-Zeit als Motivation: 01:39:59 ! 😉

 

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